Wie gedruckt

Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Es ist beeindruckend, wie Österreichs Chefredakteure alles geben, um ihre Auflage zu erhöhen. Da ließ sich Presse-Chefredakteur Michael Fleischhacker für die Presse am Sonntag-Plakate ein Pflaster auf die Stirn kleben. Die Silhouette von Profil-Herausgeber Christian Rainer ist ohnehin längst in Österreichs Wohnzimmern zu Hause. Rainer scheute um Verkaufszahlen von Profil willen kürzlich auch nicht davor zurück, im Fernsehen mit dem weiblichen Orgasmus für sein Magazin zu werben. Jetzt gibt es ein neues Gesicht: Der Kurier wirbt seit Oktober mit dem Bild des neuen Chefredakteurs Christian Brandstätter und der Schlagzeile "Journalismus pur". Brandstätter wird nicht nur quer durch Wien plakatiert, sondern stellte sogar ein "Making of" der Werbung ins Netz. Bleibt eine Frage: Inszenieren sich Chefredakteure so oft, weil die Leser das gerne mögen? Oder sehen die Leser Chefredakteure so oft aus dem Fernsehen und von Plakaten lächeln, weil die Chefredakteure so gerne gesehen werden wollen?


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