Bühne frei für das Schauspielbordell

Feuilleton | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Beim Strategietheater "Mimamusch" im Ragnarhof gehen junge Theatermacher mit den Zuschauern ins Separee

Reportage: Mara Simperler

Wir werden dich beglücken", sagt die blonde Frau mit den Leopardenleggins. Ihre rot geschminkten Lippen verziehen sich zu einem lasziven Lächeln, sie lässt den Kaugummi poppen, den sie kaut. Ihre identisch gekleidete Kollegin nickt. Durch einen rot beleuchteten Gang kommen wir in ein kleines Zimmer, kaum eingerichtet, etwas heruntergekommen. Es geht zur Sache. Nicht dass Sie jetzt etwas falsch verstehen. Die Szene spielt sich nicht in einem Bordell ab, sondern im Ragnarhof im 16. Bezirk. Außerdem geht es nicht um Prostitution, sondern um Performance: Im Ragnarhof findet das Strategietheater "Mimamusch" statt.

Die Parallelen zur Rotlichtszene sind durchaus bewusst gewählt. Gestartet wurde das Projekt 2006 unter dem Titel "KünstlerInnen verkaufen sich". Und obwohl das Thema dieses Jahres "Die wunderbaren Luftsprünge des Bewusstseins" lautet, steckt dahinter


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