Als das Wünschen noch geholfen hat

Feuilleton | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

In "Ponyo" covert Hayao Miyazaki auf bezaubernd lichte und leichte Weise H.C. Andersen

Filmkritik: Klaus Nüchtern

Für Animes ist Hayao Miyazaki in etwa das, was George Cukor fürs klassische Hollywood-Kino war - ein "Frauenregisseur", in diesem Falle wohl: ein "Mädchenregisseur". Der Umstand, dass wir ihm so starke Heldinnen wie Nausicaä, Prinzessin Mononoke oder Chihiro verdanken, heißt aber noch lange nicht, dass seine Filme für Buben ungeeignet wären, ganz im Gegenteil: Mädelfilmgucken macht bessere Buben.

Der Bub in "Ponyo" (2008), der nun endlich auch bei uns ins Kino kommt, heißt Sosuke, ist fünf Jahre alt und hat mit Mädchen kein Problem, ganz im Gegenteil: So wie er das Goldfischmädchen, das eigentlich Brunhilde heißt und von ihm sofort Ponyo getauft wird, aus dem Schraubglas befreit, sind die beiden ein Herz und eine Seele - spontane Menschwerdung des Fischfräuleins inklusive.

Geschlechter- und sonstige Grenzen sind in den Filmen Miyazakis immer dazu da, zum Verschwimmen


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