3096 Tage im Bauch des bösen Wolfs

Feuilleton | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Out of the Dark: Kathrin Rögglas Kampusch-Drama "Die Beteiligten" als perverses Märchen

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Streng genommen hat die indirekte Rede auf der Bühne nichts verloren. Aber abgesehen davon, dass man im Theater sowieso nichts allzu streng nehmen sollte, kann es natürlich gerade spannend sein, wenn zusammenkommt, was eigentlich nicht zusammengehört.

30 Jahre nach Ernst Jandl, dessen Stück "Aus der Fremde" (1979)durchgehend im Konjunktiv geschrieben war, hat Kathrin Röggla in ihren jüngsten Theatertexten "worst case" (2008) und "Die Beteiligten" (2009) die indirekte Rede zur Bühnensprache gemacht. Ging es Jandl darum, eine Form für die ganz persönliche Entfremdung eines Schriftstellers zu finden, ist der Konjunktiv bei Röggla ein medienkritisches Stilmittel; ein Ausdruck für das indirekte Leben von Zeitgenossen, die Fernsehen und Internet mit der Realität verwechseln.

In diesem Sinne dreht sich in "Die Beteiligten" alles um das Entführungsopfer Natascha Kampusch,


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