Eleganz, Emotion und ein bisschen Sexiness

Feuilleton | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Manuel Legris war Startänzer der Pariser Oper und ist neuer Ballettdirektor in Wien. Nacktfotos sind sein geringstes Problem

Porträt: Bettina Hagen

Wenn Manuel Legris eine Bewegung seiner Solisten missfällt, dann hört sich das nicht nach scharfer Kritik an. "I am not so crazy about this movement" ist so ziemlich das Härteste, was dem neuen Wiener Ballettdirektor über die Lippen kommt. Anlässlich einer Probe für seine erste Wiener Premiere - "Juwelen der Neuen Welt" mit Choreografien von George Balanchine, William Forsythe und Twyla Tharp - konnte sich der Falter von der sensiblen Arbeitsweise des neuen Ballettdirektors überzeugen.

Geprobt werden Ausschnitte aus Balanchines "Rubies", alles beginnt wie in einem Mädchentraum: Nachdem sie ihre empfindlichen Füße aus wolligen, bärentatzenartigen Überschuhen geschält haben, springen und gleiten die Tänzer leichtfüßig durch den lichtdurchfluteten Ballettsaal unter den Dächern der Staatsoper. Doch ist ihnen, anders als auf der Bühne,

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