Vom Maiglöckchen zum Naschmarktkandelaber: Der K(r)ampf um Wiens historische Beleuchtung

Stadtleben | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

"Wien ist top bei der Stadtbeleuchtung und zählt zu den Besten der Welt", verkündet die Beleuchtungs-MA 33 im gewohnt selbstbewussten Rathaus-Sprech. Einen Superlativ hat man vergessen: Die Wiener Straßenbeleuchtung zählt sicher auch zu den meistdiskutierten der Welt. Zumindest seit dem Streit um die Beleuchtung der Innenstadt-Fußgängerzonen im Sommer 2009.

Dass sich dabei die von Bezirksvorsteherin Stenzel favorisierten "Maiglöckchen" durchsetzten, ist historisch betrachtet nicht verwunderlich: Wien hat seine Straßen nicht nur später als andere Städte zu beleuchten begonnen, sondern war auch beim Design konservativer. Mit dem "Kommunalkandelaber" etwa setzte die Stadt auf einen historistischen Entwurf, als sich in Paris, Brüssel oder Prag längst der Jugendstil durchgesetzt hatte.

Als klassisch österreichischen Kompromiss kann man die markanten Bischofsstabkandelaber sehen, die ab 1902 die Gasbeleuchtung ergänzten: Die historistischen Ausleger der zwischen zehn und 15 Meter

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