Aug in Aug mit Ensslin

Steiermark | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Günter Brus legt den dritten Band seiner literarischen Lebensbeschreibung vor

Buchbesprechung: Paul Pechmann

Elf Jahre verbrachte Günter Brus in West-Berlin, nachdem er aus Wien geflüchtet war; er hätte hierzulande die restlichen vier Monate einer Haftstrafe absitzen müssen, zu der er wegen "Herabwürdigung von Staatssymbolen" als "Mittäter" der 1968 im Audimax veranstalteten Aktion "Kunst und Revolution" verurteilt worden war.

Das mit Mauern umschlossene West-Berlin bot Brus, dem seiner Selbstdarstellung nach die "Anarchie in die Wiege gelegt worden" sei, Exil. Tatsächlich herrschte im West-Berlin der Siebzigerjahre eine relativ liberale Atmosphäre: "Am Ku'damm war eigentlich alles erlaubt, was verboten war", heißt es bei Brus. Die Stadt war damals Aufenthalts- und Zufluchtsort auch anderer österreichischer Nachkriegs-Avantgardisten, wie etwa von Oswald Wiener oder Gerhard Rühm, der Brus emotional aufgefangen, zeitweilig auch "durchgefüttert" hat. Zusammen gründete man eine "Österreichische


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