Günter Eichbergers Riesenappetit aufs Sprachexperiment - mit gut ausgeprägter Neigung zum Schwerverdaulichen

Steiermark | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Literaturkritik: Herwig G. Höller

Bunt durchmischt ist Günter Eichbergers zweite literarische Neuerscheinung des Jahres, eine Kombination aus abstrus-erhellenden Essays und Aphorismen, die vor allem auf den gewagten Sprachwitz abzielen. Der 1959 geborene Grazer, der den steirischen Massen vor allem durch seine Stadtflaneur-Kolumne in der Kleinen Zeitung bekannt ist, bleibt sich jedenfalls treu, wieder einmal spielt der Schriftsteller fleißig mit dem Nichterzählen. Wo Eichberger draufsteht, ist eben auch Eichberger drin.

Dabei sind die Essays formal recht ähnlich aufgebaut. Eichberger geht von einem vordergründig tiefgründigen Kurzzitat eines Kapazunders aus und beginnt sich dann als Ich-Erzähler irgendwie loszubewegen. Das Buch startet etwa im Genre einer Betroffenheitsrede an die Nation, in welcher der Vortragende von der Schwerverdaulichkeit einer fettlastigen heimischen Küche ausgeht. Andere schwere Texte nehmen Bezug auf ein spektakuläres Verbrechen - 2008 löschte ein literaturbeflissener


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