Schon wieder Striptease im Staate Dänemark

Steiermark | aus FALTER 42/10 vom 20.10.2010

Theu Boermans Hamlet am Schauspielhaus wirft die Frage auf, ob es reicht, nichts falsch zu machen

Theaterkritik: Hermann Götz

Hamlet also. Ja, das ist jener Sprössling des Globe Theatre, der die Ikonografie des Theaters um die Zwiesprache mit einem Totenkopf bereichert hat und das Deutsche um einen ganzen Taubenschlag geflügelter Worte, die uns nicht aus Weimar zugeflogen sind. Hamlet muss sein. Hin und wieder. In Graz hat zum Beispiel das Theater im Bahnhof Ed Hauswirths Rückkehr auf die Bühne einst mit einem Hamlet gefeiert. Und an der Kunstuniversität (KUG) wurde Shakespeares Wahnsinnsstoff zuletzt unter dem Motto "Raus aus der Mottenkiste" in einem riesigen Kleiderhaufen inszeniert (Grund genug für Hamlet, sich bedeutungsträchtig auszuziehen).

Der neue Grazer Hamlet sieht auf den ersten Blick geradezu so aus, als hätten der in Amsterdam lebende Regisseur Theu Boermans und sein Bühnenbildner Bernhard Hammer sich die kleine KUG-Produktion unter der Regie von Aleksandar Popovski


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