Kritiken

Wenn Wut fast wehtut: Leben in der Fremde

Bettina Hagen | Lexikon | aus FALTER 43/10 vom 27.10.2010

Die Darsteller von "Weißbrotmusik" kleben wie Noten und in wechselnder Abfolge auf drei "Linien". Ihren Text agitieren sie so wütend gegen das Publikum, dass es manchmal fast körperlich wehtut. Keine Frage, ihre Wut ist begründet, ist das Leben der drei befreundeten Jugendlichen doch vom "Fremdsein" bestimmt. Nur Aron hat es ein bisschen besser, er ist "nur" Jude. Marianna Salzmann, geboren in Wolgograd, lebt seit 1995 in Deutschland. Ihr mit dem Exil-DramatikerInnenpreis 2009 der Wiener Wortstaetten ausgezeichnetes Stück wird nun in der Regie von Hans Escher erstaufgeführt. Das Thema könnte aktueller nicht sein. Die aggressive Mischung aus persönlichem Drama und unpersönlicher Präsentation muss man allerdings mögen.

Theater Nestroyhof Hamakom, Fr, Sa 20.00


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