Theater Kritik

Antigone: tragische Figur und Verschrobenheit

Teresa Falk | Steiermark | aus FALTER 43/10 vom 27.10.2010

Alfred Haidacher inszeniert "Antigone now" von Autor Evald Flisar im Theater im Keller. Dabei wird aus der Tragödie um Antigone, die im antiken Theben den Göttern gehorcht anstatt der Staatsraison, ein Stück, das, neben dem Ringen um Bezüge zu zeitgenössischen politischen Verstrickungen, auch komisch daherkommt. Der Spielraum zwischen Stilisierung der tragischen Hauptfigur und intelligenter Farce im korrumpierten Küstenörtchen wird hier unterhaltsam ausgenutzt. Antigone heißt nun Clara, und wo in Sophokles' Drama die Beerdigung ihres Bruders zur Tat zivilen Ungehorsams wird, bewacht sie heute dessen Grab am Friedhof, der einem Golfplatz weichen soll. Die Rollen sind solide besetzt und glänzen bis zum erfrischenden Ende.

Theater im Keller, Fr, Sa 20.00


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