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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 43/10 vom 27.10.2010

Dass der Falter trotz versäumter Anmeldefrist noch Karten zur Viennale-Eröffnung kriegt, wäre ein mäßig glamouröses Internum, wäre ich a) kein gebranntes Kind und es b) nicht hoch an der Zeit, ein Loblied auf die Presseabteilung anzustimmen. Unter a) fällt der Umstand, dass ich 1994 mit einem Zettel in der Urania stand, auf dem "Suche Karte, zahle fast alles" zu lesen war - worauf mir der damalige Viennale-Co-Direktor Wolfgang Ainberger aus Mitleid ein Ticket für "Pulp Fiction" schenkte; unter b) die Tatsache, dass mich die Viennale diesmal mehrfach kontaktierte, um meinem Wunsch nachzukommen. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass es in beiden Fällen nicht um deppen- bzw. divenhaft sich gebärdende Geneigtheiten meinerseits, sondern strikt um Dienstliches ging (gegen einen Stimmbandanfeuchtungszuschuss von ca. ? 3,60 kann ich die 94er-Episode gern in der Langfassung erzählen). Für die unermüdliche und oft unbedankte, von divenhaften Deppen für selbstverständlich genommene Anstrengung, die Veranstalter, Verlage und Vertreiber tagtäglich unternehmen, um uns Journalisten mit unserer Arbeitsgrundlage zu versorgen, muss jetzt aber schon mal aufrichtig "Danke!" gesagt werden.

Die beste Anekdote der Woche kommt aber von Florian Klenk, der sowohl dienstlich als auch als Vater eines kranken Kindes mit dem AKH zu tun hatte. Um die private Präsenz im Krankenhaus nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, recherchierte er nebenher beim Reinigungspersonal und las in den geheimen Akten - diese pfiffig hinter einer Ausgabe der Zeitschrift Stetoskop verbergend.


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