Meinesgleichen

Elmo der Bär, der ORF und der Zynismus

Falter & Meinung | aus FALTER 43/10 vom 27.10.2010

Wieder einmal Zoff im ORF. Generaldirektor Alexander Wrabetz beurlaubt Informationsdirektor Elmar Oberhauser, weil der mit der Ernennung des SP-nahen Fritz Dittlbacher zum ORF-Chefredakteur nicht einverstanden war und sich dem GD gegenüber schlecht benahm. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass der Name "Elmo der Bär" nicht aus irgendwelchen nebeligen Alpentälern stammt, sondern von mir an dieser Stelle kreiert wurde. Wie auch der Terminus Fellnerismus und einige andere Wörter, die es in den Sprachgebrauch einer interessierten Öffentlichkeit geschafft haben.

Ich bin mir vollkommen bewusst, dass diese eitle Bemerkung nicht gerade den Kern der derzeitigen Auseinandersetzung trifft. Die SPÖ und die ÖVP haben sich das Gelände ORF aufgeteilt wie eh und je, und für die ÖVP ist halt nicht Elmo der Bär unterwegs (der brummt in eigener Sache), sondern Erwin Prölls Spezialgewächs Richard Grasl. Wer aber geschwiegen hat, als das Moltofon täglich beim ORF schrillte, als der Ingenieur des Grauens sich in Sendungen einblenden ließ und ein Magazinchef einen Sessel zu Schüssel zum Probesitzen trug, der sollte jetzt nicht Moralalarm schlagen oder nach einem Volksbegehren rufen. Auch danach habe ich beizeiten mit kümmerlichem Echo gerufen, aber was hilft einem heutzutage eine Urheberschaft. Den späten Rufern darf ich versichern, diese Chance ist verpasst. Was einem bleibt, ist bärbeißiger Zynismus. Beißt den Bären!


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