Kolumne

Trotz Sarrazin ist Deutschland nun wieder Vorbild für Toleranz

Außenpolitik

Franz Kössler | Falter & Meinung | aus FALTER 43/10 vom 27.10.2010

Fast hätte man glauben können, Deutschland sei zum europäischen Musterland für Offenheit und Toleranz geworden. Das Land schien immun gegen Rassismus und Rechtspopulismus, der inzwischen sogar aufgeschlossene Länder wie Schweden und die Niederlande infiziert hat. Keine rechtsextreme Partei hat es in Deutschland geschafft, eine nennenswerte politische Rolle zu spielen. Es gibt keine brennenden Asylantenheime mehr und keine revoltierenden Einwandererghettos. Humanitäre Überlegungen verdrängen oft gesetzliche Strenge. In Hamburg verbietet der CDU-Innensenator nach dem Selbstmord eines Asylbewerbers die Abschiebehaft für Jugendliche.

Doch im August zerstört Tilo Sarrazin, Mitglied der SPD, die Idylle. Seine Thesen über den drohenden Niedergang Deutschlands durch integrationsunwillige Zuwanderer aus dem islamischen Raum (gemeint ist die Türkei) finden breiten Zuspruch in der Bevölkerung. Viele sehen in Sarrazin einen Rebellen gegen die Political Correctness, die eine offene Thematisierung

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