"Mir geht's super!"

Feuilleton | aus FALTER 43/10 vom 27.10.2010

Sigi Maron singt wieder. Mit 66 zeigt sich die Protestliedlegende wortgewaltig und rotzfrech wie eh und je

Interview: Gerhard Stöger

Von Sigi Marons knallrotem T-Shirt lacht Karl Marx, der eine Che-Guevara-Mütze trägt. Der Liedermacher erfüllt auch sonst das Bild, das man von ihm hat: Er spricht schnell und viel, verkneift sich keinen Kraftausdruck und schimpft leidenschaftlich auf Gott und die Welt - teilweise heftiger als das Mediengesetz erlaubt (einige Passagen wurden deshalb redaktionell geschwärzt). Maron zeichnet sich aber nicht nur durch herben Charme, sondern auch durch eine große Herzlichkeit aus.

Das neue Album, "Es gibt kan Gott", beendet das lange krankheitsbedingte Schweigen des Sängers; das seit Jahren angekündigte Buch "Schmelzwasser" ist auch endlich fertiggeworden. Das Gespräch fand im Atelier von Marons Tochter, der Malerin Nina Maron, statt.

Falter: Herr Maron, wie geht es Ihnen?

Sigi Maron: Mir geht's super! Wegen einem Aneurisma in der Aorta durfte ich seit 1996

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