Nüchtern betrachtet

Glück ist ein Bad mit Fenster auf die Stadt

Feuilleton | aus FALTER 43/10 vom 27.10.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Wenn sich die Sonne dieser Tage ausnahmsweise dazu bequemt, auch mal zu scheinen, werfen die frisch geputzten Fenster meines Nordosttrakts Reflexe auf die Fassade der ehemaligen Pensionsversicherungsanstalt. Das ist vor allem gegen neun Uhr früh sehr hübsch anzusehen, weswegen ich das auch schon fotografiert habe und davon Ansichtskarten machen lassen werde, auf die sich einige, die das jetzt lesen, schon mal freuen können. Es gibt nur weniges, was so schön ist wie ein gut durchleuchteter, telefonfreier Vormittag, der den Keim der Dinge, die da noch kommen mögen, in freudiger Erwartung in sich trägt. Und wenn es auch im Frühherbst des Lebens sehr okay ist, durchs frisch geputzte Fenster auf einen ebensolchen Herbsthimmel zu blicken, über den die Cummuli ziehen, so war es früher doch noch besser, das muss man leider sagen. Als Kind war man überwältigt, von den schieren Möglichkeiten,

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