Ins Mark

Sein Schutz heißt Trutz

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 43/10 vom 27.10.2010

Es ist ja nicht so, dass man sich darüber wundern müsste. Wer einem wie Gerhard Kurzmann (FPÖ), der durch seine Mitgliedschaft in der Kameradschaft IV von Waffen-SS-Veteranen unter Beweis gestellt hat, wes Geistes ewigtreues Kind er ist, ein Zukunftsressort wie Umwelt anvertraut, muss schon damit rechnen, dass Umweltschutz, wie von Kamerad Kurzmann auch unverzüglich angekündigt, künftig vornehmlich unter dem Vorzeichen des "Heimatschutzes" vollzogen wird. Sein Schutz heißt eben Trutz. Kurzmanns also am ersten Amtstag öffentlich angedrohte Null- und Nichtigerklärung des über die letzten Jahren hart erkämpften Konsenses zu Tempolimits und Umweltzonen im Krieg gegen die Menschheitsgeißel des Feinstaubs kann freilich nur der erste Schritt sein.

Was fällt Kamerad Kurzmann als Nächstes ein? Wird zurückgeschossen? Und wenn ja, womit und gegen wen? Wird Heimatschutz demnächst auch das Bundesheer beschäftigen? Gibt's Gratisgasmasken gegen Smog? Kommt ein national gestaffelter Heizkostenzuschuss für den Eigenheimfeinstaubbunker? Eine Einbaukostenförderung für MG-Aufsätze anstelle der Autopartikelfilter? Ein Alleinverdiener-, ein Vielkinder-, ein Deutschsprecherbonus bei der Anschaffung von Zweit- oder Dritt-SUVs? Von Allradpanzern? Da könnte es dann auch, wie es so schön heißt, zu Synergien mit dem zweiten Ressort des Landesrates, mit dem Verkehr, kommen. Weil all die neuen Autos auch wo fahren müssen. Und irgendwann in der Zukunft werden sie dann urteilen, dass vielleicht nicht alles gut war, was Kamerad Kurzmann auf den Weg gebracht hat. Aber im Straßenbau, da habe ihm keiner was vorgemacht.

Thomas Wolkinger leitet die Redaktion des steirischen Falter


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige