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Wer sind die Menschen hinter den Pixeln?

Lexikon | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Vor wenigen Wochen sorgte eine brandneue Folge der "Simpsons" für hohe Wellen. Die Produzenten der immer wieder subversive Töne anschlagenden Kultserie hatten den Künstler Banksy eingeladen, dem Vorspann der Sendung ein wenig Street-Art-Chic zu verpassen. Der Graffitikünstler nahm die Chance wahr und verpackte darin eine harsche Kritik an den Produktionsbedingungen von Trickfilmen. In überzeichneter Form präsentierte er ein düsteres Bild von unterirdischer Akkordarbeit unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Damit legt Banksy den Finger in die Wunde einer Branche, die sich bewusst der globalisierten Marktausbeutungsmechanismen bedient. Allzu oft findet nur noch der kreative Prozess von animierten Bildern in den USA statt, die einzelnen Sequenzen werden meist in Südostasien mit großem Personaleinsatz zu einem Bruchteil der Kosten am Computer gezeichnet und koloriert. Ob solche selbstkritischen Töne auch bei der diesjährigen Pixel-Konferenz angeschlagen werden, bleibt zu hoffen.

Bereits zum fünften Mal lädt dieses Festival die internationalen Branchengrößen nach Wien, um über die neuesten Entwicklungen auf den Sektoren Computerspiele, Werbung, Film und digitale Medien zu debattieren. Die erste Pixel fand 2006 in der TU Wien statt und hat sich zunehmend zum Branchentreff gemausert. Die diesjährige Rednerliste liest sich wie ein Who is Who der Animationsfilmszene mit den namhaften Entwicklern aus den Häusern Pixar, Disney, Warner und Lucas Film. Ergänzt wird das Angebot durch das Siggraph Animations-Kurzfilmfestival, das im Filmmuseum einen Querschnitt der besten internationalen Arbeiten des vergangenen Jahres zeigt. Unter welchen Bedingungen diese Bilder gezeichnet wurden, kann sich der Zuschauer aber weiterhin nur ausmalen. BK

Österr. Akademie der Wissenschaften, Fr-So


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