Musiktheater Kritik

Vom Verlust der Unschuld einer ordentlichen Nixe

Lexikon | Andreas Dallinger | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Die Volksoper zeigt Antonín Dvoráks lyrische Märchenoper "Rusalka". Die Geschichte der Wassernixe, die sich in einen Menschen verwandeln lässt, um die Liebe zu erleben, und daran zugrunde geht, wird von Renaud Doucet und André Barbe (Regie und Ausstattung) in drei Erzählansätzen angeboten, als fantasievoll-naives Märchen, als Kritik an der die Natur zumüllenden Menschheit und als tiefenpsychologische Metapher für den Verlust der Unschuld. In Summe neutralisieren sich ihre Ideen zu einer zähen Pattstellung. Auch Dirigent Henrik Nánási entscheidet sich fürs Unentschiedene, für Dvorák in sauber-akzentloser Wiedergabe. Gesungen wird rollendeckend, wobei es Kristiane Kaiser in der Titelpartie auf den Punkt bringt: ordentlich, fehlerfrei und ein bisschen fad.

Volksoper, Di, Do 19.00


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