Neu im Kino

Last Exit Kreißsaal: "Stichtag" für Downey jr.

Lexikon | Michael Pekler | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Dass es immer nur Männer sind, die die Geburt ihres Kindes gerade nicht verpassen, liegt ebenso in der Natur der Sache wie die Tatsache, dass das lustige Roadmovie für alle Beteiligten inklusive Zuschauer eine Herausforderung ist: Zum einen gilt es, diverse Komplikationen möglichst intelligent aus dem Weg zu räumen, zum anderen brauchen noch die Dümmsten ein Ziel.

Im Fall von "Stichtag" (im Original: "Due Date") schickt Regisseur Todd Phillips Robert Downey jr. als werdenden Vater und Zach Galifianakis als werdenden Schauspieler, unglückselig einander verbunden, quer durch die Vereinigten Staaten. Last Exit Kreißsaal: Dass mit näherrückendem Geburtstermin die physische Versehrtheit des arroganten Architekten (mit lächerlichem Stoffaffen) und des nerdigen Nachwuchsschauspielers (mit masturbierender Dogge) vom Gipsarm bis zur Schussverletzung exponentiell steigt, wird hier ebenso standardmäßig durchexerziert wie das Konfliktpotenzial des Buddy-Movies. Vor allem Letzteres beherrscht Phillips bemerkenswert routiniert, wie bereits in "Old School" ersichtlich und zuletzt mit dem Überraschungserfolg "The Hangover" bewiesen, in dem sich drei Buddys mit Gedächtnislücke auf die Suche nach dem verschwunden Bräutigam machten.

Insbesondere Zach Galifianakis, nach wie vor im Vollbart, nur diesmal statt mit Kleinkind im Babybjörn mit Hund im Tragekorb, scheint überhaupt direkt aus der Junggesellen-Burleske übergewechselt zu sein. Derart kreiert Phillips - das "Hangover"-Sequel ist für nächstes Jahr angekündigt - beinahe so etwas wie ein eigenes Subgenre, das von jungen Männern mit Krisen und Kindsköpfen erzählt und dabei an alte Traditionen und Tugenden anschließt.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)


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