Retrospektiven

Luise Ullrich: dem Wiener Mädel zum 100. Geburtstag

Lexikon | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Mal heißt sie Erika, mal Viktoria und einmal, in Max Ophüls' hinreißender "Liebelei" nach Schnitzler, gar Mizzi. Luise Ullrich, 1910 in Döbling geboren, 1986 in München verstorben, war Inbegriff des "Wiener Mädels". Anfang der 30er-Jahre arbeitete sie mit Regiestars wie Ophüls oder Luis Trenker oder Werner Hochbaum; 1938 begrüßte sie den "Anschluss", hielt sich im Gegensatz zu vielen Kolleginnen bei den Filmen, die sie bis Ende des "Dritten Reichs" drehte, aber klug aus jeder NS-Propaganda heraus. In den 50ern spezialisierte Luise Ullrich sich dann auf die patente Frau von nebenan, die mit burschikosem Outfit und herbem Witz bevorzugt durch Melodramen tingelte, ehe sie sich aufs Fernsehen verlegte. Dort feierte sie 1972 auch ein schönes Comeback in Rainer Werner Fassbinders fünfteiliger Chronik "Acht Stunden sind kein Tag". mO

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