Kommentar

Wenn die Tonbänder laufen und die Millionen fließen

Korruption


Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Die Zeitschrift Profil veröffentlichte diese Woche ein brisantes Dokument, das seltsamerweise nicht zum sofortigen Rücktritt von ÖBB-Aufsichtsratspräsident Horst Pöchhacker geführt hat.

Das Tonband dokumentiert eine Sitzung des ÖBB-Aufsichtsrats. Der oberste Bahnkontrollor Pöchhacker, ein SPÖ-Verbindungsmann, spricht darin ganz offen über die Notwendigkeit, bei Akquisitionen in Osteuropa "Berater" beizuziehen und diese mit Millionenverträgen auszustatten. "Wir sollten uns nicht einer gewissen Naivität befleißigen, ich komme aus der Bauwirtschaft. Wir haben keinen ungarischen Auftrag ohne irgendeinen ähnlichen Lobbyingabschluss erhalten", wird Ex-Porr-Chef Pöchhacker zitiert. Mit anderen Worten: Ein österreichisches Unternehmen muss im Ausland ordentlich Geld verteilen, um an öffentliche Aufträge zu kommen. Oder zugespitzt ausgedrückt: Wir schmieren.

Wie der Falter berichtete, steht Pöchhacker wegen dubioser Zahlungen in Ungarn bereits unter Untreueverdacht. Auch gegen

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