Wie in Afghanistan die Hoffnung untergeht

Politik | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Neun Jahre nach 9/11 zieht der Afghanistan-Kenner Ulrich Ladurner eine sehr persönliche Bilanz: Sie ist erhellend - und aussichtslos

rezension: stefan apfl

Er besuchte eine afghanische Gefängniskloake, wo hoffnungslose, vergessene Gestalten nach Besuchern lechzen. Er verbrachte einen Abend mit dem einfachen Ali Hussein, der sich angesichts der neuen Verhältnisse die Taliban zurückwünscht, obwohl die Gotteskrieger seine Freunde einst hingerichtet hatten. Und er begleitete US-amerikanische Soldaten, wie sie das Mohnfeld eines afghanischen Bauern niederflegelten.

Ulrich Ladurner hat die Abgründe Afghanistans aufgesucht und ist dabei stets auf dieselben beiden Fragen gestoßen: Was haben wir, was hat "der Westen" hier bloß zu suchen? Und was ist dieses "hier", was ist Afghanistan eigentlich?

So viel vorab: Ladurners neues Buch "Eine Nacht in Kabul" ist ein seltener Glücksfall; weil es die Leser "aus dem Dunkel der eigenen Vorurteile" holt, weil es von jener gefährlichen Naivität heilt,


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