Gelesen

Bücher, kurz besprochen

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Hier spricht Ute Bock

Beim Lesen hat man das Gefühl, man würde der Flüchtlingshelferin Ute Bock gerade beim Reden zuhören. Der Ö1-Redakteurin Cornelia Krebs ist es gelungen, Bocks Sprache ganz direkt einzufangen und zu Papier zu bringen. Objektiv ist "Die Geschichte einer Flüchtlingshelferin" nicht, diesen Anspruch erhebt Krebs in ihrem Gesprächsband auch gar nicht. Sie bietet die sehr subjektive Schilderung, wie aus einem jungen Mädel aus Linz, das in bürgerlichen Verhältnissen aufwuchs, eine "Mama Afrika" wurde, die in mittlerweile über 100 Wohnungen Asylwerber, Flüchtlinge, aber auch Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung unterbringt und betreut. Bock schildert das Elend, in dem Menschen, die nach Österreich flüchten, leben müssen, erzählt von ihren Erfahrungen mit der Polizei, mit Anrainern oder über ihren täglichen Kampf um Spenden. Und das alles, ohne zu jammern, sondern mit sehr viel schwarzem Humor.

Cornelia Krebs: Ute Bock. Die Geschichte einer Flüchtlingshelferin. Molden, 191 S., ? 19,95


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