Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Wir sind hier nicht im Freundlichkeitsgeschäft. Nett sein vergeht einem, wenn man sich so viel Mist im Fernsehen anschauen muss. Es ist also eine große Freude, einem gescheiten Menschen zusehen zu dürfen, der kritischen Diskurs mit einwandfreier Unterhaltung verbindet: einem wie Frank Plasberg. Er ist der Held des deutschsprachigen Polittalks. Sein "Hart, aber fair" (ARD, Mi, 21.45 Uhr) schafft es immer wieder, die engen Grenzen diese Genres zu durchbrechen. Plasberg ist fachkundig, mutig, süffisant und witzig. Wenn er eine Sendung über das Erfolgssystem des jungen deutschen Politstars Karl Theodor zu Guttenberg macht, hat das mehr Informationswert, als österreichische Diskusionssendungen über das Glamourprinzip Karl-Heinz Grassers jemals zustande gebracht haben. Plasberg konfrontiert dann Adelige und Adelsgegner mit Fakten, harten Fragen oder amüsanten Einschüben über Blaublüter und ihr hohes Sozialprestige in der Gesellschaft - und demaskiert jeden Heldenmythos.


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