Vom sonnigen Split in den serbischen Schnürlregen

Feuilleton | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Eine herbstliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Neretva und Drina fungiert als Schnellkurs zur Literatur Exjugoslawiens

Reportage: Klaus Nüchtern

Wenn österreichische Journalisten im Herbst in Kleinbussen durch Gegenden östlich von Hainburg gekarrt werden, geschieht dies, um ihnen die Begegnung mit Autorinnen und Autoren zu ermöglichen, von denen sie mitunter schon einmal gehört haben (siehe auch Falter:Woche, S. 2). Beim Abendessen ist die Literatur des jeweiligen Land(strich)es mindestens in Handballmannschaftsstärke vertreten, man spricht über "die Lage", und bei den stets großzügig bewirteten Gästen stellt sich schnell das wohlige Gefühl ein, irgendwie Bescheid zu wissen. Wenn einem also die Mannschaft aus Split erklärt, dass die spannendste Literatur zurzeit aus Dalmatien komme, glaubt man das sofort. Tags darauf behaupten das auch die Kollegen aus Sarajevo - nur eben für sich; wobei man den Eindruck gewinnt, dass es der kroatische Küstenschriftsteller auch glaubt,

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