Onkel, Tante und andere Verwandte

Feuilleton | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Peter Handke betreibt Familienmythologie und findet seinen Biografen

Doppelrezension: Klaus Kastberger

Keine Kämpfe in den Bergen und keine gefeierten Heroen des Widerstands. Jenes "Partisanenstück", als das es angekündigt war, ist Peter Handkes neues Stück nicht. Nach der Veröffentlichung des Textes zeigt sich jetzt allerdings: So viel (österreichische) Geschichte wie in "Immer noch Sturm" war bei diesem Autor bislang auch noch nicht.

Die Ich-Figur des Dramas fasst die Schreibmotivation zusammen: "Seit langem lese ich nur noch Geschichtsbücher. Die Geschichte unserer Gegend und unserer Leute hier." "Und was bringt dir so ein Lesen? Was kannst du davon gebrauchen? Was nützt es dir?", fragt die Mutter zurück. Darauf die Antwort: "Nützen: nichts. Gebrauchen: sehr wenig. Es macht einen hilflos. Und es bringt mich in Wut."

Empörung löst hier vor allem die Tatsache aus, dass den Kärntner Slowenen, die in Österreich den einzig nennenswerten Widerstand gegen das nationalsozialistische


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige