Ein roter Teppich für die Frühstücksguerilla

Feuilleton | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Seit zehn Jahren berichtet die Zeitschrift Dérive über Dinge, die Planungsstadträte und Immofirmen lieber vergessen würden

Geburtstagsständchen: Matthias Dusini

Ihr Headquarter ist das Wohnzimmer, ihr Arbeitsfeld die ganze Welt. Der Politikwissenschaftler Christoph Laimer, 44, gehört zu jenen Denkern, die aus purer Lust am Diskurs Fachwissen aufbereiten und in Vermittlungskanäle einspeisen. Das von ihm vor zehn Jahren gegründete Magazin Dérive ist ein geistiges Kraftwerk, das die öffentliche Hand einen Pappenstiel (genau: 13.500 Euro pro Jahr) kostet und dennoch eine unbezahlbare Signalwirkung abstrahlt: Durch Dérive weiß man in Berlin oder London, dass sich in Wien nicht nur die MA 48 mit der Produktion von Stadt beschäftigt.

Laimer kam über das Thema Migration zur Stadt. Von dem kalifornischen Soziologen Mike Davis lernte er, wie spannend eine Metropole wie Los Angeles - das Elend der mexikanischen Einwanderer, Immobilienspekulation und Polizeiterror - jenseits von Statistiken

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