Nüchtern betrachtet

Wenn man könnte, könnte man frühstücken

Feuilleton | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Das Konzept Frühstück finde ich großartig - in der Theorie. In der Praxis, soll heißen: in meiner Praxis ist es aber ein Ferien- und Feiertagsprogramm und für einen kommunen Wochentag ungeeignet - und das, obwohl ich meine Spätaufsteherambitionen in den Tiefen der 80er begraben habe und mittlerweile zu präseniler Bettflucht tendiere. Blöderweise reicht das gerade mal dazu, mich in den landesüblichen Aufstehmainstream einzuklinken, der seit Jahrhunderten dafür sorgt, dass weite Teile der Bevölkerung mit den Hühnern zu Bett gehen, was eine Art Dauerruralisierung zur Folge hat und sogar in den Städten dem "Idiotismus des Landlebens", wie Marx und Engels es nannten, das Gatter öffnet. Wenn schulpflichtige Kinder allerspätestens gegen drei viertel acht, in vielen Fällen aber bedeutend früher das Haus verlassen müssen, dann läuft das dem Konzept Frühstück diametral entgegen, denn


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