Stadtrand

Einen Tag lang im Reich der Bitte

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Aha, in der Schweiz muss man bitte sagen. Das machen nämlich angeblich alle so, nur die Deutschen nicht. Weshalb die Integrationsabteilung der Stadt Zürich jetzt mit einer Plakatkampagne ihre deutschen Mitbürger auffordert: "Sag doch statt, Ich krieg dann mal!' lieber, Bitte könnte ich vielleicht?'." Bitte könnte ich vielleicht so etwas auch für Wien haben? Nicht, dass hier alle ständig irgendetwas gekriegt haben wollen. Geschweige denn Zuwanderer aus Deutschland. Aber umgangsförmlich herrscht hierzustadt doch ein kleines bisschen Krieg. Und wer beim Bäcker selbst nicht das Maul aufbekommt, um "Guten Morgen" zu sagen, muss sich nicht wundern, wenn das Fachpersonal dort einem kauend das Kipferl einpackt. Machen Sie doch einmal (einmal!) ein freundliches Gesicht. Wenn's Ihnen nicht schwerfällt, am besten einen Tag lang. Sagen Sie hallo und danke und wundern Sie sich, wie nett man Sie zurückbehandelt. Sollte Ihr Umfeld Sie für verrückt halten, berufen Sie sich auf diese Kolumne. Schauen Sie auf das Bildchen hier unten. Geht doch, bitte!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige