"Gewünscht, dass er mich erschießt"

Steiermark | aus FALTER 44/10 vom 03.11.2010

Für das eben ausgezeichnete Trauma-Therapiezentrum der NGO Zebra wird der Alltag immer härter

Recherche: Gerlinde Pölsler

Manche der Flüchtlinge, die in dem unauffälligen Haus am Grazer Schönaugürtel landen, kommen direkt aus der Landesnervenklinik Sigmund Freud (LSF). Sie haben zum Beispiel Tabletten geschluckt oder auf andere Art versucht, sich umzubringen. Andere werden von Ärzten in das Rehabilitationszentrum von Zebra überwiesen, etwa weil sie unter ständigen, unerklärlichen Schmerzen leiden.

Hinter der Tür mit dem Schild "Therapie- und Rehabilitationszentrum für Opfer von Krieg, Folter und anderen Formen politischer Gewalt" hängen Bilder von Kindern aus aller Welt an den Wänden. Im Bad findet sich ein Wickeltisch, in den Therapieräumen kuschelige rote Sofas.

Es braucht oft viele Besuche, bis die Menschen auf diesen Sofas sagen können, was ihnen passiert ist. Nach und nach erzählt dann eine Frau, dass sie von fünf Männern vergewaltigt worden ist, vor ihrem Schwiegervater.


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