Bunte Kampfansagen an Big Daddy

Nicole Scheyerer | 10.11.2010

Künstlerinnen der Pop-Art in der Ausstellung Power Up in der Kunsthalle Wien

Singende Nonnen kennt man. Da wäre die trällernde Schwester Maria aus dem Musical "The Sound of Music" oder die Dominikanerin Soeur Sourire, die mit ihrem Lied "Dominique" 1963 gar die Hitparaden stürmte. Aber eine Klosterfrau als Künstlerin? "Power Up" lautete einer der Slogans, den die Amerikanerin Sister Corita 1965 in bunten Lettern druckte. Ihre großartigen Grafiken sind nun in der gleichnamigen Ausstellung der Kunsthalle zu sehen, die sich den viel zu wenig gewürdigten Künstlerinnen der Pop-Art widmet. Mit Siebdruck - der Technik, die Andy Warhol berühmt machte - begann die Kunstpädagogin Anfang der 60er-Jahre progressive christliche Messages zu verbreiten. Mit ihren erstaunlichen Serigrafien kritisierte Sister Corita den Vietnamkrieg und soziale Ungerechtigkeiten wie den Rassenkonflikt der USA.

Ohne weibliche Sujets ist die Pop-Art nicht zu denken. Von den nackten Pin-ups, wie sie Tom Wesselmann

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