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"Wir sind die Nacht" oder Es hat sich ausgelutscht

Lexikon | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

Lena (Karoline Herfurth) ist eine Außenseiterin der Gesellschaft. Zufällig gerät sie in eine Razzia, entgeht nur knapp dem Zugriff der Polizei. Und lernt dabei den engagierten Beamten Tom (Max Riemelt) kennen, der Gefallen an der kleinen Diebin findet. Ihre Flucht vor der Realität wird Lena bald zum Verhängnis - ein Discobesuch endet mit einem Biss. Der Club gehört Louise (Nina Hoss), die seit Jahrhunderten als Vampir die Menschheit heimsucht. Seit sie ihre große Liebe durch Sonnenlicht verlor, sucht sie nach Ersatz. Ihre schönen Augen werden Lena zum Verhängnis, doch anfangs scheint das neue Leben lohnenswerter; schön ist sie nun obendrein.

Die lichtscheuen, von Louise angeführten Grazien geben sich Drogen, Sex und Kaufsucht hin, als ob die Nacht niemals enden würde. Ihr Neuzugang kann sich jedoch nicht damit abfinden, Menschen abzuschlachten - egal ob aus Blutdurst oder aus Langeweile. Leider wurde mehr Energie in die bloße Präsentation und explizite Gewaltdarstellung gesteckt als in die Geschichte, denn diese bietet kaum Überraschungen und geizt nicht mit ausgelutschten Klischees. "Wir sind die Nacht" bringt das Genre nicht vorwärts, dem Publikum aber immerhin leichte Unterhaltung. sk

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