Buch der Stunde

Kluge Menschen lesen Klüger

Michael Omasta | Lexikon | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

Ich glaube, ich habe gar kein Buch gehabt, mit dem ich immer herumgelaufen bin", beantwortet Ruth Klüger lästige Fragen wie die nach ihrem ersten Lieblingsbuch. "Ich hab einfach gelesen, was ich kriegen konnte." Ähnliches lässt sich auch für die Aufsätze behaupten, welche die aus Wien gebürtige und seit 1947 in den USA lebende Germanistin für ihren jüngsten Band, "Was Frauen schreiben", zusammengestellt hat. Er enthält knapp 60 Texte über Bücher, die Klüger einfach gelesen, für empfehlenswert befunden und in ihrer Kolumne gleichen Titels in der Literarischen Welt vorgestellt hat. Dabei stehen Bücher vergessener Autorinnen neben Büchern von Debütantinnen neben Büchern dreier Nobelpreisträgerinnen.

Die biografischen Miniaturen berühmter Frauen, die Klüger da mit einer unerhörten Leichtigkeit aus dem Ärmel schüttelt, ersetzen oft die Lektüre hunderter Seiten. So im Fall von Barbara Beuys' detailreicher Studie "Paula Modersohn-Becker", die in der Erkenntnis gipfelt,

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