Meinesgleichen

Außeruniversitäre was? Weg damit!

Falter & Meinung | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

Denke ich darüber nach, woher in den letzten Jahren die sogenannten geistigen Impulse für den Falter und auch für mich herkamen, fallen mir zuerst außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) oder das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) ein. Vor 20, 30 Jahren hätte ich ohne Zögern die Universität genannt, aber die ist als impulsgebendes Zentrum weitgehend ausgefallen; sie wurde zur Ausbildungsfabrik umfunktioniert. Gewiss, dort finden wichtige Debatten statt, dort lehren kluge Leute. Aber als Brennpunkt für die Auseinandersetzung mit relevanten gesellschaftlichen Themen kommen die Unis kaum noch infrage. Erschöpft und ausgelaugt schleppen sich ihre Institute über die Runden.

Was soll das überhaupt heißen, impulsgebendes Zentrum? Soll heißen, es gibt Orte in der Stadt, wo man mit bedeutenden Denkern und Forschern in Kontakt kommen kann, die normalerweise dieses Land nicht betreten. Und wozu brauchma des, Intellektuelle? Damit wir in der Begegnung mit ihnen unser Verständnis gesellschaftlicher und politischer (das heißt auch: internationaler) Zusammenhänge schärfen und zu nötigen Reformen fähig werden. Besser gesagt: würden, denn unsere Politik meint dieser Fähigkeit nicht zu bedürfen. Kürzlich stellte die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Frage, wie sich ein Staat die Loyalität seiner Bürger verdiene. Durch Selbstprovinzialisierung à la Sparefroh jedenfalls nicht.


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