Kommentar?

Mildtätige Schwestern: Die Frauen sollen noch mehr gratis pflegen

Sozialpolitik

Falter & Meinung | Julia Ortner | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

Der Opa sitzt alleine daheim. Er ist manchmal schon etwas verwirrt, er kommt nicht mehr ohne Hilfe zurecht - demenzkranke alte Menschen sind die klassischen Fälle für die Pflegestufe 1 oder 2. Gerade bei ihnen will die Regierung nach ihrem umstrittenen Budgetentwurf auch sparen. Sie möchte den vorgeschriebenen Pflegebedarf von bisher mindestens 50 Stunden für Stufe 1 und mindestens 75 Stunden für Stufe 2 um jeweils zehn Stunden so erhöhen, dass die Zahl der neuen Anspruchsberechtigten sinkt.

Dass man sich mit den mageren Tarifen von 154 Euro (Stufe 1) und 284 Euro (Stufe 2) schon bisher keine 50 oder 75 Stunden Pflege leisten konnte, interessiert das dynamische Sanierer-Duo Faymann & Pröll nicht. Dass ihr Budget nicht nur altenfeindlich ist, dürfte ihnen ebenso entgangen sein.

Mit den Verschärfungen beim Zugang zum Pflegegeld drängt man die Gebrechlichen und behinderten Menschen nicht nur aus der professionellen Betreuung. Nein, man belastet damit auch die Frauen. Man macht sie


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