Eine Politmafia aus Grosny in St. Pölten

Politik | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

In Wien beginnt der Prozess rund um den Politmord an Umar Israilov. Es geht um ein Staatsverbrechen

Vorbericht: Florian Klenk

Am 28. Oktober 2008, der Flüchtling und Exrebell Umar Israilov hatte noch ein paar Wochen zu leben, bekam der Wiener Verfassungsschutz einen ersten Hinweis auf das bevorstehende Verbrechen. Ein "Gelegenheitsinformant" habe mitgeteilt, so ein Aktenvermerk, dass zwei "hochrangige Vertraute des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow" in Wien Schwechat landen würden. Sie hätten den Auftrag, ein "Programm" durchzuziehen. Ein Mann mit Beinprothese sei unter den Abgesandten, er werde von einer Wagenflotte abgeholt und residiere in einem Wiener Innenstadthotel. "Er wird von den anderen sehr ehrfurchtsvoll behandelt."

Der Einbeinige, so vermuten die Fahnder heute, sei einer der Hintermänner jenes Politthrillers gewesen, der die Republik vergangenes Jahr in Atem hielt. Er soll gemeinsam mit weiteren Kadyrow-Vertrauten ein Mordkomplott in Auftrag gegeben haben. Der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige