Es geht hier nicht um Sex ?

Medien | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

... sondern um Sexismus. Herabwürdigende Werbung ist normal geworden. Das soll sich ändern, meint die Frauenministerin. Aber wie?

Tagungsbericht: Sibylle Hamann

Ein Mädchen im Teenageralter ist mit dem Rücken an einer Drehscheibe befestigt, mit weit ausgebreiteten Armen und Beinen. Man kennt dieses Setting, samt aufwendiger Schminke und angestrengt laszivem Blick, aus altmodischen Zirkusvorstellungen. Gleich wird sich die Scheibe in Bewegung setzen und der schnauzbärtige Artist auf die Bühne kommen. Das Auge konzentriert zusammenkneifen, zielen, Messer werfen, zack, zack, zack.

Diesmal jedoch ist das Mädchen keine Zirkusartistin, sondern Model. Sie soll T-Shirts und Jeans der Firma Tally Weijl anpreisen. "Watch me", "pick me" lauten die Slogans daneben, inklusive stilisierten Messern. Ist das eine Aufforderung an Mädchen, Kleider zu kaufen? Oder eine Aufforderung an Männer, auf gefesselte Mädchen zu zielen?

Die Plakate der Firma Tally Weijl sind nichts Besonderes. Den meisten Konsumentinnen

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