The Making of "In Stahlgewittern"

Feuilleton | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

Das "Kriegstagebuch" zeigt, wie Ernst Jünger im Schützengraben die Attitüde des kühlen Beobachters trainiert

Manöverkritik: Helmut Lethen

Jorge Luis Borges schrieb 1937 bewundernd, für Jünger sei der Krieg eine "Art von elitärer Kunst". Diese Faszination wurde von manchen Zeitgenossen geteilt. Klaus Mann ist beeindruckt von der "finsteren Grandezza" des Kriegsschriftstellers, und noch nach dem Zweiten Weltkrieg spricht Hannah Arendt von der "wilden Reinheit" Jüngers.

Selbst in vernichtenden Urteilen spürt man die Mischung aus Abstoßung und Attraktion. Etwa wenn Walter Benjamin ihn als Champion unter den "Habitués chthonischer Schreckensmächte" sieht oder wenn andere ihn "luziferisch" nennen, in ihm den Fürsten der Finsternis erkennen wollen.

Sie alle beziehen sich in der Regel auf Ernst Jüngers berühmtestes Buch "In Stahlgewittern". Es erschien 1921 zum ersten Mal und galt lange als authentische Tagebuchaufzeichnung. Es folgten allerdings sechs neue Fassungen - nach jeder Korrektur


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige