Wien ist eine Wäscheklammer

Stadtleben | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

Der Graffitikünstler Claudio Ethos sprayt sich durch die Welt. Jetzt war er in Wien

Porträt: Dominik Sinnreich

Alle Kinder zeichnen. Die meisten hören aber mit elf oder so auf, wenn sie beginnen, sich mit anderen zu vergleichen. Ich habe weitergemacht", erzählt Claudio. Er ist Graffitikünstler, und das wohl sehr erfolgreich. Seine Kunst hat ihm eine eigene Wohnung in São Paulo finanziert, seine Kunst hat ihm eine Straße heraus aus der Favela asphaltiert. Sie hat ihm geboten, was in Brasilien sonst nur noch der Fußball bietet.

Während manche Kinder in seiner Nachbarschaft Klebstoff schnüffeln, verfällt Claudio dem Duft der Farbe. Er wächst in einer Favela in São Paulo auf, als jüngstes von 15 Kindern. Mit 14 schließt er sich einer Pixação-Gang an. Favela-Kindern, die in akrobatischen Aktionen ihre Logos auf die höchsten Häuser der Stadt sprühen - selbst das Gesicht der Christus-Statue in Rio wurde schon von Pixadores beglückt.

2007 begann der Aufstieg: Nach einigen Ausstellungen


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