Wo ist es hingekommen, das deutsche Normkind?

Steiermark | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 45/10 vom 10.11.2010

Sie gelten als "Pulverfässer", die aber gottlob nur Sonderfälle sind - Schulen wie die Neue Mittelschule Albert Schweitzer, wo sieben von zehn Kindern Migrationshintergrund haben. Die Realität sieht allerdings so aus: Schon mehr als jedes fünfte österreichische Volksschulkind hat eine andere Erstsprache als Deutsch (21 Prozent).

Die Idee, eine homogene "Minderheit" in eine homogene "Mehrheit" zu integrieren, wird angesichts solcher Zahlen immer absurder, wie der Migrationsforscher Mark Terkessidis betont. Auch Schüler ohne Migrationshintergrund kommen mit unterschiedlichsten sozioökonomischen Hintergründen und Leistungsniveaus, außerdem gibt es Kinder mit Behinderungen. Wer ist also das fixe "Wir", wer das "Normkind", an das "der Migrant" angepasst werden soll, fragt Terkessidis.

Dass Schulen sich künftig auf "Vielfalt" einstellen müssen, ist unter Bildungsforschern längst common sense. Mit unterschiedlichen Voraussetzungen von Kindern konstruktiv umzugehen bedeutet aber auch,


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