Ohren auf?

Zwei mal zwei ist vier, mal zwei macht acht

Sammelkritik


Klaus Nüchtern
Lexikon | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Orte zu erkunden, an denen zuvor noch niemand war, ist der heroische Anspruch aller Avantgarden. "Some Other Place" (Maya), den Pianist Augustí Fernandéz und Bassist Barry Guy aufsuchen, mag dann jener scharfe Kontrast aus gleißenden Glissandis und dumpfen Drones sein ("The Helix"), bei dem man sich fragt: Wie geht das überhaupt - am Klavier? "Dark Energy" führt in vertraute Gefilde des Free-Improv-Powerplay, wohingegen das Titelstück auch immer wieder Inseln der Kontemplation ansteuert und das fast countryesk anmutende Eingangsstück "Annalisa", in dem die stupende Klangkultur von Guys Bassspiel besonders beeindruckend zum Ausdruck kommt, durch überraschenden Schönklang überwältigt.

Momente unerwarteten Einklangs ereignen sich auch auf "To Fly to Steal" (Intakt). Man muss sie sich allerdings verdienen. So süffig und schwungvoll "Messiaenesque" beginnt, so gönnt sich das Sylvie Courvoisier - Mark Feldman Quartet vom guten Leben ausgelassen swingenden Zusammenseins auf "The Good

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