Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle - halb weinerlich, halb kokett - ventiliert, dass diese Kolumne möglicherweise ohnedies keine Sau lese. Darauf habe ich mehr Reaktionen bekommen als auf so gut wie jeden anderen Artikel, den ich je verfasst habe (wie ich halb weinerlich, halb kokett anmerken möchte). Mittlerweile will mir eh eher scheinen, dass das alle Welt liest. Fest steht jedenfalls, dass dies die beschwerdeintensivste Rubrik ist, die ich je betreut habe. Die Blattkritikerin von letzter Woche meinte, sie nerve wie Hölle, räumte aber ein, dass der Christoph (richtiger Name der Redaktion bekannt) sie okay finde und erklärt habe, es handle sich um eine Art Weekly Soap der Redaktion. Besser hätten wir es nicht ausdrücken können - danke, Christoph!

Selbst wenn jemand, der hier Erwähnung findet, dies übersieht, wird ihr oder ihm hinterbracht, was über sie/ihn zu lesen stand, worauf die Betroffenen Beschwerde dahingehend führen, sie hätten noch nie etwas "eingetütet". Nun liegt es mir, der ich für jeden "Sessel", den man mir zum "Stuhl" umzimmerte, nach Straßburg gehen würde, denkbar fern, den idiomatischen Anschluss an Deutschland zu befördern, aber einige unserer besten Mitarbeiter sind Deutsche, da kann man so ein völkerverständigungsfreudiges Getüte doch schon (ein)mal durchgehen lassen - "einsackeln" hätte ich in diesem Zusammenhang nun wirklich nicht schreiben können. Das Feuilleton wird diesmal von meinem deutschen Freund Tex und mir jedenfalls zwischen zwei Kölschgläser gestellt, weil: Der Biertrinker hat kein Vaterland. Prösterchen!


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