Kolumne?

Irlands Fall: wenn ultraliberale Wirtschaftspolitik scheitert

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Irland hat keine Statistik geschönt und keine EU-Gelder veruntreut. Für die Regierung in Dublin gab es keinen Anlass, den europäischen Partnern das Blaue vom Himmel vorzulügen. Mit niedrigen Steuern und flexiblen Arbeitskräften galt der "keltische Tiger" als Erfolgsgeschichte par excellence. Noch vor kurzem war die Staatsverschuldung mustergültig niedrig.

Trotzdem steht das erfolgreiche Irland jetzt am Rande des finanziellen Abgrunds. Sagenhafte 32 Prozent der Wirtschaftsleistung beträgt das Budgetdefizit. Der Hilferuf nach Brüssel zum Eurostabilisierungsfonds scheint nur mehr eine Frage der Zeit.

Irland ist der dramatische Beweis, dass ganz im Gegensatz zur vorherrschenden Doktrin nicht nur fehlende budgetäre Tugend schuld ist, wenn ein Staat in den Bankrott schlittert.

Tatsächlich hatte sich die grüne Insel in atemberaubendem Tempo vom Armenhaus des Kontinents zum nach Luxemburg reichsten Staat der EU entwickelt. Steuerdumping, offene Grenzen für internationale Konzerne und flexible


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