Genosse Jesus

Politik | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

In der Budgetdebatte sucht sich die SPÖ einen neuen Verbündeten: die Kirche

Bericht: Julia Ortner

Linkskatholikin", das war in ihrer Kindheit ein böses Schimpfwort. Links, das stand damals bei gläubigen Christen für Grausamkeiten wie Abtreibung, erzählt Regina Petrik. "Aber wenn mich jemand heute linkskatholisch nennt, sage ich, warum nicht?" Petrik, 46, vereint beide Anteile in sich. Die Tochter aus altem Wiener ÖVP-Adel wurde in der Jungschar sozialisiert, war bis vor kurzem Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Österreichs - und ist jetzt Landesgeschäftsführerin der burgenländischen Grünen.

Eine kritische Katholikin, die außerhalb des bürgerlichen Lagers politisch tätig wird: Regina Petrik ist symptomatisch für eine interessante gesellschaftspolitische Entwicklung im Land. In Zeiten der Sparpakete und Verteilungsdiskussionen nähern sich Kirche und Linke an. Christlich-soziales Denken, das völlig aus der Mode gekommen ist, kehrt zurück in den politischen Diskurs - nur

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