Wie das Ministerium die Kürzungen rechtfertigt und jetzt reagieren will

Politik | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

?Wissenschaftsministerin Beatrix Karl hält an den Kürzungen fest und will die Basisfinanzierung streichen. Diese sei nicht mehr zeitgemäß. Sie kündigt ein neues Fördermodell mit vier Säulen an, bei Redaktionsschluss war dazu Folgendes bekannt:

Erstens sollen exzellente Einrichtungen den Unis einverleibt werden. Das Schrödinger-Institut könnte etwa Teil der Uni Wien, das IFK Teil der Uni Graz werden. "Dafür bekommen die Universitäten extra Mittel", sagt Peter Puller, Sprecher der Ministerin. Zweitens sollen außen- und sicherheitspolitische Einrichtungen zu Forschungsclustern zusammengelegt werden und dank Aufträgen der Regierung überleben. Drittens werden heimische Institute weiterhin bei der Teilnahme an EU-Projekten unterstützt. Der Staat werde die notwendige Zusatzfinanzierung übernehmen, wenn Institute Forschungsgelder aus Brüssel lukrieren. Allerdings gebe es keine Subventionen für die Anbahnung solcher Projekte mehr. Viertens sollen Dokumentationsarchive wie das Kreisky-Archiv weiter finanziert, aber verstärkt Synergien genutzt werden.

Welche Institute von diesen Förderschienen profitieren und wie die Konditionen aussehen, wird noch verhandelt. Ebenfalls ist unklar, wie viel sich das Ministerium dadurch erspart. Nur eines ist sicher: "Es wird natürlich Institute geben, die wir nicht weiter unterstützen", sagt Puller. Grund dafür sei mangelnde Qualität.


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