Die Geschichte der verbannten Mutter

Politik | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Vor einem Jahr erschoss ein Polizist ihren 14jährigen Buben. Danach verlor Ernestine Pirker auch ihre Existenz

Reportage: Florian Klenk

Am 11. Juni läutet es an der Türe von Ernestine Pirker. Der Briefträger überbringt ein Paket, Absender Landesgericht Korneuburg. Ernestine Pirker sieht den Inhalt und bricht zusammen.

Ordentlich zusammengefaltet übersandte ihr ein Richter eine H&M-Jacke und ein braunes T-Shirt. Die Kleidungsstücke waren durchlöchert, zerschnitten und mit Blut getränkt. Niemand hatte Ernestine Pirker vorgewarnt, dass sie die Kleidung ihres erschossenen Sohnes auf diese Art in Empfang werde nehmen müssen.

Ernestine Pirker hat die "Depositen" als einen weiteren Beweis für Staatsversagen auf ihrem Küchenboden aufgebreitet. Sie kniet davor, sie streicht über die Kleidung, ehe sie die Stücke penibel zusammenfaltet. "Das Gewand von meinem erschossenen Mauserl", sagt sie und wischt sich damit die Tränen weg. "Wie gemein, wie böse kann man sein, dass man einer Mutter


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