Entscheidungspunkte eines texanischen Buben

Politik | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Wer in George W. Bushs Memoiren Eingeständnisse erwartet, wird enttäuscht. Dennoch gibt er mehr über sich preis, als ihm wohl lieb ist

Rezension: Thomas Schmidinger

Die diese Woche in den USA unter dem Titel "Decision Points" (Entscheidungspunkte) erschienene Autobiografie George W. Bushs gibt ein eindrucksvolles Zeugnis der Gedanken eines Politikers, dessen Welt bis heute nur aus Schwarz und Weiß besteht. Der 43. Präsident der Vereinigten Staaten legt hier keine Lebensbeichte ab. Hier verfasst ein unbelehrbarer Manichäer seine Memoiren.

Wer spektakuläre Eingeständnisse erwartet, wird enttäuscht. Über weite Strecken ist das Buch eine Verteidigung seiner zuletzt im eigenen Land sehr unpopulären Politik. Kleinere Fehler, etwa bei seiner Reaktion auf den Hurrikan "Katrina", werden zugegeben, der Irak- und Afghanistan-Krieg hingegen verteidigt. Bush inszeniert sich als Feldherr, der sein Land in schwierigen Zeiten mit starker Hand geführt habe. 9/11 war sein "day of fire". Seine erste


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