Nachgesehen?

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Valentin Ladstätter | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Das VinziPort: ein nächtlicher Hafen für EU-Bürger

Im Saal sieht es aus wie bei einer Schullandwoche. 36 Stockbetten sind mit persönlichen Gegenständen der nächtlichen Gäste belegt. Nur dass hier keine Schüler, sondern obdachlose Männer schlafen. In einem weiteren Raum sind 15 einzelne Betten für Frauen aufgestellt. Menschen, die tagsüber auf den Straßen Wiens unterwegs sind. Die Notschlafstelle VinziPort im 14. Bezirk ist von sechs Uhr abends bis sieben Uhr morgens für Bürger aus EU-Ländern geöffnet. "Wir versuchen, jenen Obdachlosen Wiens, die weder Staatsbürger noch Asylwerber sind, einen Schlafplatz zu gewährleisten", sagt Peter Lamatsch, Koordinator der Wiener Zweigstelle der Vinzenzgemeinschaft. Die Gäste des VinziPort sind als EU-Bürger legal in Österreich, konnten sich aber auf dem Arbeitsmarkt nicht behaupten. Da der Staat soziale Unterstützungen für Personen aus EU-Staaten nur vorsieht, wenn sie bereits fünf Jahre im Land leben und krankenversichert sind, ist im VinziPort selten ein Platz frei.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige