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Medien | aus FALTER 46/10 vom 17.11.2010

Zwölf Zentimeter: das passt nicht mehr in die Hose

Prüfbericht: Thomas Vašek

Auf die Größe kommt es nicht an. Das ist immer wieder beruhigend zu hören. Bei den Handy-Herstellern hat sich diese Erkenntnis leider nicht durchgesprochen. Sie tendieren zu immer monströseren Protz-Geräten - als bräuchte der Porsche-Cayenne-Fahrer zur Penisverlängerung jetzt auch noch das passende Mobiltelefon.

Da ist zum Beispiel das neue HTC Desire HD. Mit einer Länge von zwölf Zentimetern passt das Ding kaum noch in die Hosentasche. Dafür zeigt das Android-Smartphone, was es hat: Ein hochwertiges Aluminiumgehäuse. Einen Touchscreen, so groß wie ein Fußballfeld (weshalb man wohl meinte, auf eine Tastatur verzichten zu können). Einen superschnellen Ein-Gigahertz-Prozessor. Eine superschnelle Datenverbindung. Eine superschnelle Boot-Technik, mit der das Telefon in wenigen Sekunden hochfährt.

Size matters - reicht aber nicht: Qualitativ kommt der Bildschirm an die Brillanz von Amoled-Displays, wie etwa beim (ähnlich riesigen) Samsung Galaxy S nicht heran. Quasi als Kompensation gibt es dafür allerhand Schnickschnack zum Download. Besonders sinnig ist der Fernzugriff aufs Handy. Damit kann man zum Beispiel per Mausklick das Telefon zum Läuten bringen, falls man das winzige Teil mal verlegt haben sollte. Fantastisch! Für so was bezahlt man gern ca. 550 Euro (ohne Vertrag). Wenigstens muss man diese SUVs unter den Handys nicht auftanken. Und der eine oder andere hätte bestimmt gern mal zwölf Zentimeter in der Hose!

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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